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Mit dieser Begrüßung wird auf eine Zeile in Hermann Hesses (02.07.1877 - 09.08.1962) Gedicht "Stufen" Bezug genommen, in dessen erster Strophe es heißt:

 

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

 

Wenn man diese Hoffnung vermittelnden Zeilen, entstanden kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Sommer 1914, verinnerlicht und sie in den von Hesse selbst hergestellten Zusammenhang zu der Zeile "O Freunde, nicht diese Töne!" aus Friedrich Schillers "Ode an die Freude" bringt, die die textliche Grundlage für Ludwig van Beethovens 9. Symphonie war, so berühren die Worte um so mehr angesichts der aktuellen Lage, in der sich Europa und die Welt befinden. Als Hymne der Europäischen Union symbolisiert sie die Hoffnung auf wie auch die Sehnsucht nach Frieden. In diesen Tagen, da wir ein neues Jahr beginnen, geben wir uns dem Wunsch hin, daß die noch weißen Seiten des Buches unserer Geschichte der kommenden Wochen "rein" bleiben mögen. Zwar wird der seltsame Zauber eines neuen Jahresanfangs alsbald zerstieben, aber ihn gespürt zu haben ist das kleine Quentchen Glück, welches uns im Alltag beschützt und uns hilft zu leben.

 

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Anmerkung: Wer sich für weitere literarische Behandlungen des Hesseschen Ausrufs "O Freunde, nicht diese Töne" (03. 11. 1814 auf den beiden ersten Seiten der Neuen Zürcher Zeitung) interessiert, kann mit Hilfe von Google einige relevante Texte von dem und über den Literaturnobelpreisträger (1946) finden. Dabei sind die Parallelen zu den heutigen journalistischen Stellungnahmen zum russisch-ukrainischen Krieg frappierend.

Unter https://rotary.de/gesellschaft/freunde-nicht-diese-toene-a-20500.html ist ein Beitrag von André Uzulis unter dem Datum vom 01.08.2022 im Rotary-Magazin zu finden; Uzulis ist Autor einer im Berliner Steffen-Verlag erschienen Hermann-Hesse-Biographie anläßlich dessen 60. Todestages im vergangenen August.