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Die ungarische rot-weiß-grüne Kokarde der 1848er Revolution

 

MIT DEM BILD DER WOCHE BEGRÜSSEN WIR SIE ZUM UNGARISCHEN NATIONALFEIERTAG DES 15. MÄRZ AUFS HERZLICHSTE!

 

An diesem Feiertag – einem der drei staatlichen Feiertage neben dem Staatsfeiertag des 20. August (dem St. Stephans-Tag in Erinnerung an den Staatsgründer) und dem Nationalfeiertag des 15. Oktober (in Erinnerung an den Volksaufstand des Jahres 1956) – gedenkt Ungarn der Revolution von 1848/49 gegen das Habsburger Reich unter Kaiser Ferdinand.

 

Aus diesem Anlaß entbieten wir dem ungarischen Volk unsere Grüße und besten Wünsche und erinnern unsererseits mit der rot-weiß-grünen Kokarde (kokárda) an die vielen Opfer und den fehlgeschlagenen Traum von einem unabhängigen und freien Ungarn. Nach anfänglichen Erfolgen der ungarischen Honvéd-Armee im Kampf mit dem österreichischen Kaiser und dessem späten Verbündeten, dem russischen Zaren, wurden Ungarns Hoffnungen blutig beendet und mit der ungarischen Kapitulatio am 13. August 1849 besiegelt (die Festung Komárom/Komorn an der Donau kapitulierte erst sechs Wochen später).

 

In der Reihe der Volksaufstände des Jahres 1848 in Europa, die alle von den absolutistischen Herrschern zum Teil schon nach wenigen Tagen niedergeschlagen wurden, kann das ungarische Volk für sich die Ehre in Anspruch nehmen, die Ablösung der feudalistisch-aristokratisch-absolutistischen Staatengebilde jener Zeit am längsten, nämlich siebzehn Monate, mit der Waffe verfolgt zu haben.

 

Noch heute erinnert daran das am 15. März 1848 erstmals von seinem Schöpfer, dem erst 25jährigen Sándor Petöfi (1823-1849), vorgetragene Gedicht "Nationallied" (Nemzeti dál) wie auch die Kokarde, die in ihrer rot-weiß-grünen Farbgebung erstmals vom allgemeinen Volk und von allen Volksschichten und -gruppen als "ihre" identitätsstiftende nationale Trikolore anerkannt wurde und im gleichen Moment als Identifikationsemblem der Revolutionäre und ihrer Unterstützer diente.

 

Nicht besser hätte es der ungarische Dichter Jókai Mór an jenem 15. März ausdrücken können, als er sich, auf einer Bühne stehend, an das Publikum wandte (und damit auf das französische Vorbild der 1848 begründeten Zweiten Republik zurückgriff):

 

„Sehen Sie diese dreifarbige Kokarde hier auf meiner Brust? Dies ist das Abzeichen des heutigen glorreichen Tages. Alle Menschen, die Kämpfer der Freiheit sind, tragen es, es unterscheidet sie vom Söldner der Sklaverei. Diese drei Farben stehen für die drei heiligen Wörter: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.“

 

Entsprechend stellten auch die Verfasser der 12 Punkte, auf die die ungarischen Revolutionäre ihre Forderungen stützten, ihre Auflistung unter die Frage und das darauf antwortende Motto:


"Was will das ungarische Volk.

Es herrsche Friede, Freiheit und Einigkeit."


Bekräftigend folgen die Schlußworte: Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit!

Abgesehen von dem speziellen Inhalt einiger Punkte, der sich aus dem damaligen Verhältnis Ungarns zu Österreich ergab, haben im übrigen die Forderungen zusammen mit dem Verlangen nach Pressefreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz in und über Ungarn hinaus - damals wie heute - nichts von ihrer universellen Bedeutung eingebüßt.

 

Das Flugblatt mit den Forderungen der Revolutionäre in 12 Punkten, wie es in Nachtarbeit hergestellt und bereits in den Morgenstunden des 15. März 1848 in der Budapester Bevölkerung verteilt wurde.