Seit 1991 die einzige deutsch-ungarische Gesellschaft mit Sitz in der deutschen Hauptstadt

Sitz der Gesellschaft: Collegium Hungaricum, 10178 BERLIN-MITTE
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INFO-Brief vom 6. April 2013



Sehr geehrte, liebe Mitglieder der DUG,
sehr geschätzte Bezieher unserer INFO-Briefe,
sehr verehrte Damen und Herren,

mit dem APRIL-INFO-Brief möchte ich Sie über die in diesem Monat anstehenden Vortragstermine der DUG unterrichten, und zwar über den

11. April in BERLIN (Dr. Meinolf ARENS über Habsburg und Siebenbürgen 1600-1605),
18. April in BERLIN (Zoltán KISZELLY über Ungarn ein Jahr vor den Parlamentswahlen),
23. April in FREIBURG i. Br. (PD Dr. Norbert SPANNENBERGER über das Habsburger Einrichtungswerk in Ungarn 1688-1690),
29. April in BERLIN (Dr. Martin PEKÁR über Minderheiten in der Slowakei 1939-45) – ACHTUNG: Besondere Zugangsregelung!
30. April in LEIPZIG (Dr. Martin PEKÁR über Minderheiten in der Slowakei 1939-45).

Ferner finden Sie bereits Hinweise auf die von den Referenten bestätigten vier Vortragstage im Mai. Ich erwarte allerdings noch Zusagen auf Anfragen, mit denen erst ab Beginn des Sommersemesters an den deutschen Universitäten (also ab dem 15. April) zu rechnen ist. Deshalb mein Hinweis, daß ein solcher INFO-Brief nur eine Augenblicksaufnahme darstellt, und meine Bitte, daß Sie hin und wieder auf unserer Internetseite www.d-u-g.org nach Aktualisierungen und weiteren Veranstaltungen nachschauen.

Dazu gehört auch, daß Sie sich dort noch unmittelbar vor Beginn einer Veranstaltung über Veränderungen informieren können; dazu braucht es nicht mehr als den Blick auf unsere Startseite – dort wird in dem roten Laufband im Kopf der Seite eine Vorschau auf Veranstaltungstermine gegeben, in den letzten drei Tagen vor einer Veranstaltung nur noch auf diese (http://www.d-u-g.org/startseite.html).

Wollen Sie sich langfristiger über bereits feststehende Termine oder über die Inhalte der Veranstaltungen  informieren, so schauen Sie auf die dafür vorgesehene Seite "Veranstaltungen" und gehen weiter auf die Unterseiten "2013: Veranstaltungen der DUG" und dann "2013: Aktuelle Veranstaltungen" (http://www.d-u-g.org/veranstaltungen/2013-veranstaltungen-der-dug-und-dritter-insbes-botschaft/2013-aktuelle-veranstaltungen-einladungenankuendigungen.html)

Nach jeder Veranstaltung werden das Laufband und die vorgenannte Seite aktualisiert. Durchgeführte Veranstaltungen (aber nicht die Hinweise auf Drittveranstaltungen!) werden archiviert; sie sind dann statt unter "2013: Aktuelle Veranstaltungen" nur noch unter "2013: Durchgeführte Veranstaltungen" zu finden, allerdings "abgespeckt" auf die bloßen Veranstaltungsdaten. Die ggf. bei der Vorschau auf aktuelle Termine beigefügten Inhaltsangaben stehen nun unter "Veranstaltungen" -> "Inhaltsangaben/Berichte" und dann unter der entsprechenden Jahreszahl (http://www.d-u-g.org/veranstaltungen/inhaltsangabenberichte-zu-dug-veranstaltungen-im-bisherigen-jahr-oder-frueher.html). Als Beispiel mag die dort eingestellte – mit Bild und Karte angereicherte – ausführliche Einführung in den Vortrag von Dr. András Oross vom 21./22. Januar 2013 dienen.  

Neben den anderen Seiten, die auch einen Besuch lohnen (auch wenn es zur Zeit noch immer vier Seiten gibt, die keinen Text enthalten), habe ich hier die Erreichbarkeit der für unsere Veranstaltungen relevanten Informationen etwas ausführlicher dargestellt, zumal es auch Nachfragen gab, wo man jetzt fündig werden kann. Der Hinweis, es sollten Vortragstermine längerfristig mitgeteilt werden, berührt ein altes Problem – einmal die immer später einkommenden Zusagen der Referenten, zum anderen die nur sehr spät bekannt werdenden verläßlichen Hinweise auf parallel geplante Veranstaltungen der ungarischen Botschaft (das sind in Einzelfällen auch manchmal nur acht bis zehn Tage vor dem Veranstaltungstag!), da wir laut alter Absprache keine Terminüberschneidungen zulassen sollen, und schließlich die Frage der Buchung des Veranstaltungsraums. Habe ich in einem Monat nur eine Veranstaltung, so minimiert sich das Problem, sind es aber fünf oder sechs, so bedarf es vielen Jonglierens. Denn die den wichtigsten Ausgabenposten darstellende Vortragshäufigkeit und -vielfalt und die vorzugsweise Verpflichtung von Referenten aus Ungarn sind nur zu halten, wenn ich alle Sonderangebote bei den Verkehrsmitteln und bei den Unterbringungen ausnutze, aber auch durch Teilung der Reisekosten, wenn der Referent weitere Termine in Deutschland wahrnimmt und ich so den auf die DUG entfallenden Anteil reduzieren kann. Wie Sie wissen, ist die mit einem großen Platzangebot einhergehende Euphorie der Konkurrenten, nachdem die MALÉV ihren Flugbetrieb eingestellt hatte, mittlerweile wieder auf ein normales – zur besseren Auslastung der Maschinen sogar zusätzlich reduziertes – Maß geschrumpft. Und das heißt weniger Transportmöglichkeiten überhaupt und auch weniger preislich vertretbare und von der durch Umsteigen verlängerten Reisezeit zumutbare Alternativen.

Da solch ein INFO-Brief auch eine Art kleiner, monatlich fortgeschriebener Rechenschaftsbericht für unsere Mitglieder und so etwas wie unser Tätigkeitsnachweis für Außenstehende ist, möchte ich noch kurz und nachträglich auf die im März nur beiläufig mitgeteilten drei halbtägigen Blockseminare unseres Vizepräsidenten Dr. Norbert Spannenberger an der Gyula-Andrássy-Universität in Budapest eingehen (21. und 22. März 2013). Als Teil eines "interdisziplinären Doktorandenseminars" widmete er sich unter der Generalüberschrift "Interethnizität und supranationaler Staat. Mitteleuropa-Konzept im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert" der Relevanz einer supranationalen Staatsbildung in Ostmitteleuropa bzw. im Donauraum wie auch den Fallstudien für deren konzeptionelle Umsetzung in die Praxis. Wie bekannt, wurden damals verschiedene (Kon-)Föderationspläne und Ideen für supranationale Staatsgebilde entwickelt, um das Überleben des Königreiches Ungarn und/oder der Habsburger Monarchie als solche oder in einer modernen föderal, kantonal oder uniert gestalteten "Union" zu sichern – allerdings, soweit diese Pläne von Angehörigen einer der beiden Monarchien ausgearbeitet wurden, stand jeder ihrer Pläne unter der die Vorherrschaft der Ungarn bzw. der Österreicher absichernden Prämisse (womit die Annahme der Pläne seitens der Minderheiten von vornherein illusorisch war, da diese das "richtige" Staatsmodell als Vehikel für ihre – auch nationale – Emanzipation sahen, weil die Träger der Titularnation – Ungarn bzw. Österreicher – außerhalb ihrer Kernländer im Verhältnis zu allen übrigen ethnischen Gruppen über keine absolute Mehrheit verfügten, also gegenüber der Gesamtzahl der vorhandenen Minderheitenangehörigen jeweils selbst eine Minderheit darstellten).

Wer mehr darüber lesen möchte, kann auf unserer Internetseite unter "DUG-Publikationen" den dort gespeicherten "Almanach" aufrufen und sich in die Arbeit von Mirko Nowak vertiefen (ab S. 77).

Unabhängig davon aber verzeichnen wir mit Genugtuung, daß die deutschsprachige Andrássy Universität die Arbeit unseres Vizepräsidenten Dr. Spannenberger, die in seinen Vorträgen unserer Mitgliedschaft und ggf. unseren Kooperationspartnern zur ideellen Bereicherung dient, durch ihre Einladung derart anerkannt hat. Damit konnten wir das Mosaik unserer seit langem bestehenden Unterstützung für die Andrássy Universität mit einem weiteren Steinchen vervollkommnen.

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Lassen Sie mich bitte abschließend noch zwei Einladungen weiterleiten:

1) Unsere Freunde von der "Österreichisch-Deutschen-Gesellschaft Berlin-Brandenburg e. V." machen auf ein klassisches Zitherkonzert des 'collegiums concertante'  mit dem Solisten Hans Krasser am Sonntag, dem 21. April 2013, um 18.00 Uhr in der Neuapostolischen Kirche, Gotthardstr. 11, 13407 BERLIN, aufmerksam und laden die Mitglieder und Gäste der DUG herzlich dazu ein. Das Programm umfaßt neben anderen Komponisten: Helmuth Herold, Fanfare / Franz Schubert, Litanei / Hans Krasser, kleine Suite / Christoph W. Gluck, Chor der seligen Geister / Carl M. v. Weber, Sonatine in C / Felix M. Bartholdy, Lied ohne Worte

Nähere Angaben zum collegium concertante finden Sie unter www.collegiumconcertante.de. Ihre Anmeldung ist erwünscht unter Tel. 030-711 45 44 (Poser), 030-603 51 90 (Gehrmann-Felser) oder E-Mail: weimannDEM@aol.com – Der Eintritt ist frei, um einen Kostenbeitrag wird gebeten.

2) Des weiteren reiche ich eine Einladung zur Teilnahme an einer Busreise weiter, die vom Haus des Deutschen Ostens München – HDO – veranstaltet wird, einem der DUG-Kooperationspartner bei verschiedenen Gelegenheiten (insbesondere bei den jährlichen Tagungen unseres FORUMS HUNGARICUM). Die zwölftägige Busreise vom 12. bis 23. Juni dieses Jahres geht durch Österreich, die Südslowakei, Ungarn, Kroatien, Montenegro und Bosnien-Herzegowina.

Sie beginnt um 5.00 Uhr in Ettenbeuren (7.30 Uhr ab München) mit Stationen im österreichischen Mattersburg (Besichtigung u. a. des Museums der Burgenlandkroaten) und Übernachtung in Marz/Burgenland. Am nächsten Tag Besichtigung der Eszterházy-Burg Forchtenstein und nach Weiterfahrt in die südslowakische Donau-Stadt Komárno/Komorn Besichtigung der Stadt, der Festung (Übernachtung). Am 3. Tag Fahrt über das Donaustädtchen Štúrovo (Párkány/Gockern) zur alten ungarischen Krönungsstadt Esztergom/Gran mit Besichtigungen (u. a. Kathedrale) und Abstecher zum serbisch geprägten Künstlerstädtchen Szentendre bei Budapest; danach Fahrt ins ungarisch besiedelte südslowakische Weinbauerndorf Búc/Búcs mit Museumsbesuch und abendlicher Weinprobe (Übernachtung wieder in Komárno). Am 4. Tag Fahrt nach Nitra/Neutra in der südlichen Slowakei mit dortiger Übernachtung sowie ganztägiger Stadtbesichtigung des kulturgeschichtlich bis in die Römerzeit reichenden "slowakischen Roms" sowie Abstecher in das ungarisch besiedelte Dorf Gimes. Am 5. Tag (16. Juni) Fahrt über die ungarische Rokoko-Stadt Keszthely am südlichen Balaton (Plattensee) mit Schloßbesichtigung weiter nach Kroatien (Übernachtung in Koprivnica). Am folgenden Tag Besichtigung von Rijeka, Trsat (Wallfahrtsort) und Opatja (althabsburgischer Meereskurort); Übernachtung – wie auch am Folgetag – in Selce. Am 7. Tag Fahrt zur Insel Krk mit Besichtigungen. Am 8. Tag (19. Juni) Weiterfahrt in die UNESCO-Welterbestadt Trogir an der Adria mit Besichtigungen des an der Strecke liegenden ehemaligen Piratennestes Kula Nehaj sowie des habsburgisch geprägten Badeortes Senj sowie nachmittags und am nächsten Vormittag Besichtigungen in Trogir (dort auch Übernachtung). Am 9. Tag nachmittags Fahrt mit zwischenzeitlichen weiteren Besichtigungen in die ehemalige königliche Hauptstadt Montenegros Cetinje mit dortiger Übernachtung. Am 10. Tag ganztägige Besichtigungen in der Bucht von Kotor mit den Städten Kotor, Presat, Herceg-Novi, Bootsfahrt in der Bucht (Übernachtung in Cetinje). Am 11. Tag (22. Juni) Besichtigung von Cetinje. Am Nachmittag mit Besichtigung von Drnis Fahrt ins bosnische Bihac (Übernachtung). Am 12. und letzten Tag der Reise Rückfahrt durch Kroatien und Österreich nach Bayern (Ankunft in München 22.00 Uhr, in Ettenbeuren gegen 23.30 Uhr).  

Die Reise wird veranstaltet vom Förderverein des Hauses des Deutschen Ostens (HDO) in München und wurde technisch organisiert von dem Busunternehmen Rapp in Ettenbeuren und wissenschaftlich von unserem Mitglied Dr. Meinolf ARENS vorbereitet, der die Reise auch leiten wird (zusammen mit Frau Teodora Zivkovic als Fachreferentin aus Zagreb, die im Notfall auch als Dolmetscherin zur Verfügung stehen kann).

Was die Reise besonders interessant macht: Das ist einmal der wirklich niedrige Preis von rund 1.150 Euro pro Person im Doppelzimmer (Einzelzimmerzuschlag 200 Euro), meist in Vier-Sterne-Hotels, fünfmal auch in Drei-Sterne-Hotels; dieser Preis ist nur möglich, weil die tatsächlichen Reisekosten als Studienreise in Höhe von rund 40 Prozent öffentlich bezuschußt werden. Zum anderen ist es die von einem 250 Seiten umfassenden Begleitbuch unterstützte wissenschaftliche Betreuung, die bei den einzelnen Besichtigungen noch durch ausgewiesene örtliche Fachleute ergänzt wird. Und drittens erhalten Sie einen hervorragenden Überblick über die Kulturen, die vielfältigen Landschaften und die – vor allem an der dalmatinischen Adriaküste – lückenlose Kulturentwicklung von der Römer- über die venezianische und habsburgische Zeit bis heute, wobei die Reiseroute (mit Ausnahme von Siebenbürgen) einen Großteil der Länder des Königreiches Ungarn umfaßt, das sich vor dem Ersten Weltkrieg als Teil der k.u.k. Monarchie tatsächlich bis nach Montenegro erstreckte – also für ungarngeschichtlich Interessierte ist diese Reise fast ein Muß!  

Bei Interesse werden Sie Gelegenheit haben, von Herrn Dr. Arens persönlich Informationen zu erhalten, wenn Sie an seinem Vortrag am 11. April 2013 (s. unten) als Zuhörer teilnehmen. Ansonsten sollten Sie nicht zu lange zögern, da es sich um die Jahresreise des HDO-Fördervereins handelt, die ob ihres über die letzten zwölf Jahre erworbenen sprichwörtlichen Rufes und und der immer wieder unter Beweis gestellten  bekannten Qualität bei konkurrenzlos niedrigem Preis sehr stark nachgefragt ist. Die Reise ist nur über das Busunternehmen RAPP zu buchen, das seit Jahren auch aus andereren Anlässen für das HDO Reisen durchführt und mit dem technisch-organisatorische Fragen direkt geklärt und von dem die Reiseunterlagen angefordert werden können (rapp Busreisen, Maienweg 26, 89358 Kammeltal-Ettenbeuren; Tel: 08223/62 73, Fax: 08223/ 90 511; E-Mail: info@rapp-busreisen.de

Ich bin unserem Mitglied Herrn Dr. Arens dankbar, daß er diese Reise auch den Mitgliedern und Freunden der DUG anbieten läßt – insoweit beschränkt sich meine Aufgabe nur darauf, diese Einladung zur Teilnahme an Sie weiterzuleiten. Im übrigen ist die Reise kein Angebot der DUG, und die DUG verantwortet weder ganz noch teilweise die Organisation und/oder die Durchführung der Reise und übernimmt für keinen Teil des Angebots irgendeine Haftung. Bitte beachten Sie, daß Sie die Anreise zu den einzelnen Abfahrtsorten in München und Umgebung selbst organisieren müssen, ebenso dann die Rückreise, und daß diese zusätzlichen Kosten nicht im oben genannten Reisepreis enthalten sind.

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Folgend finden Sie dann die wesentlichen Angaben zu den DUG-Veranstaltungen im April mit Stand von heute, dagegen die eventuell eintretenden Aktualisierungen sowie die weiteren Angaben auf der DUG-Internetseite.

Ich wünsche Ihnen gute Anregungen, die Sie unserem Programm entnehmen können, und bereichernde Stunden beim Besuch der Vorträge.

In diesem Sinne erhalten Sie uns bitte Ihr freundliches Interesse und bleiben Sie uns und unserer Arbeit gewogen!

Mit den besten Grüßen

Ihr

Klaus Rettel und
die übrigen Mitglieder des DUG-Präsidiums.


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VERANSTALTUNGSHINWEISE FÜR APRIL 2013
Alle Vorträge auf deutsch und eintrittsfrei! Alle Vorträge mit anschließender Aussprache/Diskussion!

Do., 11. April 2013, 17.30 Uhr in BERLIN: Vortrag von Dr. Meinolf ARENS (Historiker; Wien - München) mit anschließender Aussprache/Diskussion:

Habsburg und Siebenbürgen zwischen 1600 und 1605. Gescheiterte Bemühungen um die Integration Siebenbürgens in die frühneuzeitliche Habsburgermonarchie.

Veranstaltungsort: Bibliotheksraum in der Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus, Nikolaikirchplatz 5-7, 10178 BERLIN-MITTE (Nikolaiviertel)

Einige Hinweise zum Inhalt des Vortrags: In seinem Vortrag wird sich der Referent mit der Entwicklung des Fürstentums Siebenbürgen und der des Habsburgerreiches seit der (ersten) Schlacht bei Mohács im Jahre 1526 befassen und dabei die Bemühungen Habsburgs darstellen, der nicht von den Osmanen besetzten Landesteile Ungarns sowie Siebenbürgens habhaft zu werden; diese Bemühungen werden bis nach der Vertreibung der Osmanen aus Südungarn und aus Siebenbürgen und nach dem Frieden von Karlowitz (1699) weitergehen. Denn während Ungarn als habsburgische Kriegsbeute und Kompensation für die Verluste in den Kämpfen gegen die Osmanen annektiert wurde, gelang es Siebenbürgen, seine Sonderstellung zu erhalten (zumindest durch Unterstellung des Landes unter einen von Wien ernannten Gubernator und damit durch Vermeidung einer Angliederung an Ungarn bis zum Verlust seiner 700 Jahre währenden Autonomie durch die Union mit Ungarn 1866). Der Vortrag wird die rechtlichen, tatsächlichen und personellen Handhaben Habsburgs darstellen, um sich militärisch festzusetzen und durch wechselnde Allianzen mit den innersiebenbürgischen Konfliktparteien und durch Unterstützung der den Habsburgern zuneigenden Adligen seine Ziele zu verfolgen. Diese Entwicklung kumulierte in den Jahren von 1600 bis 1605.

Das Vorgehen der Habsburger kollidierte mit der staatsrechtlichen Sonderrolle Siebenbürgens als eines ständisch organisierten Vasallenstaates des Osmanischen Reiches und der Fortgeltung der ständischen Privilegien. Das daraus abgeleitete siebenbürgische Selbstverständnis sollte alsbald in den großen ständischen Bewegungen des 17. Jahrhunderts Bedeutung erlangen, denn der Ausgangspunkt dieser Bewegungen lag auch in Siebenbürgen, und sie wurden so wirkmächtig, daß sie das Habsburgerreich zweitweise in seinen Grundfesten erschütterten (mit "Stand" sind hier allgemein die staatsrechtlich-konstitutionellen Bevölkerungsgruppen wie Adel, Bürger usw. gemeint, speziell in Siebenbürgen die drei ethnisch definierten Stände, die sog. drei nationes, von denen jeweils eine natio aus dem ungarischen Adel sowie aus der "sächsischen" und der szeklerischen Bevölkerungsgruppe bestand und auf Grund der ihnen als einzelner Gruppe verliehenen Sonderrechte zu Lasten der übrigen, nicht durch Geburt einer natio angehörenden Bevölkerung privilegiert war).

Tatsächlich war wohl keine andere Region im Europa der damaligen Zeit in einer solchen gleichzeitigen, nationalstaatlichen Ideen zuwiderlaufenden Gemengelage von Ethnien, Religionen, vielschichtigen Herrschaftssystemen sowie (auch Regionalgrenzen überschreitenden) politischen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen gefangen wie die der Siebenbürger, Ungarn und Habsburger – als da im einzelnen sind: das Verhältnis der ständischen nationes in Siebenbürgen zum Wiener Hof; die konfessionelle Spaltung durch die Reformation und der versuchte "roll-back" zur Wiedereinrichtung des katholischen Primats; die größtenteils wirtschaftliche und gesellschaftliche Rückständigkeit unter dem Adelsdiktat und ihre Überwindung durch Kolonisation (mit der Folge einer sich multiethnisch auffächernden Gesellschaft) und ein vom Wiener Hof ausgehenden Modernisierungsoktroi; die meist übersehenen Verbindungslinien zu strukturell verwandten ostmitteleuropäischen Ständegesellschaften; die Herausforderungen, die es unter sicherheitspolitischen (militärischen) Erwägungen und auf Grund von Eingliederungen kleiner Territorien in größere Herrschaftsverbände und Reiche gab; und schließlich die sich innerhalb des ostmitteleuropäischen Raumes wechselseitig und mit nicht vorhersehbaren Ergebnissen beeinflussenden verschiedenen Kulturen. Schließlich wurde diese Gemengelage noch verschärft durch die Ansiedlungs- und Verbannungspolitik des Wiener Hofes, der sich der religiös unliebsamen, weil reformatorischen und der aufrührerischen Personen in Richtung Ungarn (und dort vor allem durch Einweisung in die Randregionen) entledigte.

In den jeweiligen national ausgerichteten Geschichtsschreibungen, mit und in denen jene Zeit zum höheren Ruhm der eigenen Nation vereinnahmt und oftmals verfälscht wurde, fand unter dem Diktat der Nationalstaatsidee eher eine mythische Verklärung denn eine historisch akkurate Bestandsaufnahme statt, geschweige, daß eine über den Tellerrand des eigenen Nationalstaats hinausgehende Auseinandersetzung mit den Auffassungen der übrigen Beteiligten versucht wurde. Entwicklungslinien und Handlungsstränge wurzelten und wurzeln allein in der eigenen Nation, sie und ihre Angehörigen sind die geschichtlich treibenden, nie eigenen Egoismen, sondern nur den diffusen Zielen der "Nation" untergeordeneten Kräfte, Nationsfremde werden nur im Konfliktfall zur Kenntnis genommen.

Der Vortrag wird es unternehmen, diese größeren Linien in ihren Zusammenhängen und Entwicklungen aufzuzeigen und das überkommene, meist sehr einseitige Bild der Beziehungen zwischen Habsburg und Siebenbürgen facettenreicher zu gestalten.

Eine Anmeldung zum Vortrag ist nicht erforderlich! Gäste sind herzlich willkommen!

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Do., 18. April 2013, 17.30 Uhr in BERLIN: Vortrag von Zoltán KISZELLY (Politologe; Dozent an der János-Kodolányi-Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Mitarbeiter in der Politikforschung der Századvég-Stiftung, beide Budapest):

Was ist bloß in und mit Ungarn los?

Genau ein Jahr vor den nächsten Parlamentswahlen und angesichts der sich mit Parteineugründungen formierenden Opposition zieht der Budapester Politologe Zoltán KISZELLY eine mit Lichtbildprojektionen angereicherte Bilanz. Sie ergibt sich u. a. aus den Ausführungen zu Stichworten wie:

Verirrter ehemaliger Musterknabe – Prügelknabe der westeuropäischen Linken – Mißverstandene (oder sich mißverständlich gebende) Avantgarde – Pfadfinder auf neuen Wegen zur europäischen Zukunft: Von allem etwas? Oder gar nichts davon (und in diesem Falle: was dann)?

Allein diese Stichworte bieten reichlich Anlaß für Überlegungen, denen im einzelnen auch nach dem Vortrag in der Aussprache/ Diskussion nachgegangen werden kann.

Wir freuen uns, daß wir zum wiederholten Male Herrn Kiszelly für eine kritische Bestandsaufnahme gewinnen konnten, für die er bei uns, aber auch in den deutschen Medien geschätzt ist. Er ist den regelmäßigeren Besuchern unserer Veranstaltungen von seinen Beiträgen in der DUG-Vortragsreihe zur "Entwicklung der Parteienlandschaft in Ungarn" bestens bekannt.

Veranstaltungsort: Bibliotheksraum in der Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus, Nikolaikirchplatz 5-7, 10178 BERLIN-MITTE (Nikolaiviertel)

Anmeldung ist nicht erforderlich! Gäste sind herzlich willkommen!


In diesem Zusammenhang:

HINWEIS AUF EINE FREMDVERANSTALTUNG EINEN TAG SPÄTER IN STUTTGART: Fr., 19. April 2013, 19.00 Uhr, hält Zoltán KISZELLY seinen Vortrag unter dem Titel "Was ist derzeit los in Ungarn?" mit leicht geändertem thematischen Schwerpunkt in einer Gemeinschaftsveranstaltung des Bildungswerks Stuttgart der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Ungarischen Kulturinstituts in dessen Haus, Haußmannstr. 22, 70188 STUTTGART, und steht anschließend für die Diskussion zur Verfügung.

Dabei geht es um Fragen wie: Ist Ungarn auf einem Irrweg? Warum ist Ungarn nicht mehr (oder doch?) Musterknabe der europäischen Veränderungen? Mißverstanden, verzerrt – oder eben auf neuen Wegen zur europäischen Zukunft?

Die Berliner DUG ist an dieser Veranstaltung in Stuttgart nicht beteiligt, hat aber ihre Mitglieder in Baden-Württemberg vorab entsprechend informiert.

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Di., 23. April 2013 (nachmittags, noch ohne konkrete Uhrzeit), in FREIBURG i. Br.: Vortrag unseres Vizepräsidenten PD Dr. Norbert SPANNENBERGER (Historiker am Geisteswissenschaftlichen Zentrum [GWZ], Universität Leipzig):

Die Entwicklung der Konsolidierungspläne im Habsburgerreich der nach-osmanischen Zeit: Das Einrichtungswerk im Königreich Ungarn 1688-1690.

Veranstaltungsort: Der Vortragsraum kann erst mit Beginn des Sommersemesters 2013 festgelegt werden; der Vortrag findet statt am Lehrstuhl Prof. Dr. Dietmar Neutatz, Philosophische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität, 79085 FREIBURG IM BREISGAU

Als Einstimmung auf den Vortrag wird auf die abgedruckten Einführungen verwiesen, die unter dem entsprechenden Datum auf unserer Internetseite, und zwar auf der Unterseite -> Veranstaltungen -> Inhaltsangaben/Berichte, enthalten sind:

a) Dr. Norbert Spannenberger "Migration in Ungarn - Siedlungspolitik des Wiener Hofes und ungarischer Magnaten im 18. Jahrhundert" vom 05.12.2005

b) beiläufig auch bei Dr. András Oross "Pazifizierungspolitik in der nach-osmanischen Periode in Ungarn" vom 21.01.2013

Eine allgemein-öffentliche Vortragsveranstaltung, die außer von den Universitäts- und den DUG-Mitgliedern auch von Personen, die nicht der Universität angehören, besucht werden kann. Anmeldung nicht erforderlich.

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Mo., 29. April 2013, 17.30 Uhr, in BERLIN: Vortrag von PaedDr. habil. Martin PEKÁR, PhD (Historiker; Dozent am Lehrstuhl für Geschichte der Philosophischen Faktultät an der Universität Pavla Jozefa Šafárika v Košiciach [Kaschau, Kassa]):

Geiseln: Die nationalen Minderheiten in der Slowakei zwischen 1939 und 1945.

Veranstaltungsort: Clubraum in der ungarischen Botschaft Berlin, Zugang über Wilhelmstr. 61 (Zugang Konsulat - Zugang NICHT über Haupteingang Unter den Linden 76!), 10177 BERLIN-MITTE
Bitte beachten Sie die Besonderheiten des Zugangs: Das Betreten und Verlassen des Gebäudes ist nur in der Gruppe möglich. Deshalb treffen sich die Teilnehmer vor dem Eingang zwischen 17.15 und 17.25 Uhr; das Gebäude wird um 17.30 Uhr (pünktlich!) zusammen mit dem Sicherheitsdienst betreten. Auf zu spät eintreffende Zuhörer können wir leider nicht warten. Das Verlassen des Gebäudes ist für 20.00 Uhr angemeldet; ein eigenständiges Verlassen des Gebäudes vor der genannten Zeit ist leider nicht möglich!

Eine Anmeldung zu dieser allgemein öffentlichen Vortragsveranstaltung der DUG mit anschließender Diskussion ist nicht erforderlich! Gäste sind unter Beachtung der vorgenannten Regularien herzlich willkommen.

– Auch wenn das Thema es auf den ersten Blick nicht nahezulegen scheint, so zählen wir diesen Vortrag zu der in Berlin in lockerer Folge stattfindenden Vortragsreihe "Ungarn zwischen den beiden Weltkriegen", da die Frage der (vor allem ungarischen) Minderheiten (und der von ihnen besiedelten, bis zum Trianon-Vertrag vom 4. Juni 1920 zum ungarischen Königreich Ungarn gehörenden Gebiete) eine für Ungarns Kriegshandeln wichtige Triebfeder war (vgl. Erster Wiener Schiedsspruch vom 2. November 1938 mit der Rückgliederung des überwiegend von Ungarn bewohnten Grenzstreifens längs des nördlichen Donauufers von der Tschechoslowakei an Ungarn) –

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Di., 30. April 2013, 17.15-18.45 Uhr in LEIPZIG: Vortrag von PaedDr. habil. Martin PEKÁR, PhD (Historiker; Dozent am Lehrstuhl für Geschichte der Philosophischen Faktultät an der Universität Pavla Jozefa Šafárika v Košiciach [Kaschau, Kassa]):

Geiseln: Die nationalen Minderheiten in der Slowakei zwischen 1939 und 1945.

Veranstaltungsort: Raum H3 2.15 im Historischen Seminar der Universität Leipzig, Lehrstuhl für ost- und südosteuropäische Geschichte Prof. Dr. Wolfgang Höpken; Geisteswissenschaftliches Zentrum [GWZ], Beethovenstr. 15, 04107 LEIPZIG.

Eine allgemein-öffentliche Vortragsveranstaltung (mit anschließender Aussprache/Diskussion), die außer von den Universitäts- und den DUG-Mitgliedern auch von Personen, die nicht der Universität Leipzig angehören, besucht werden kann. Anmeldung nicht erforderlich.

– Es handelt sich hierbei um eine Veranstaltung der Berliner DUG in Zusammenarbeit mit und zur Unterstützung von dem Lehrstuhl für Ost- und Südosteuropäische Geschichte Prof. Dr. Wolfgang Höpken –

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BEREITS BESTÄTIGTE TERMINE für geplante Veranstaltungen im Mai (zum Vormerken der Termine!)
Alle Vorträge auf deutsch und eintrittsfrei!

Mo., 13. Mai 2013 in BERLIN und
Di., 14. Mai 2013 17.15 bis 18.45 Uhr an der Universität LEIPZIG

Vortrag von Univ.-Doz. Dr. Ferenc CSERESNYÉS, Lehrstuhl für Politikwissenschaft der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Pécs/Fünfkirchen:

Zur aktuellen Lage in Ungarn: Quo vadis, Hungaria?

Vortragsorte und weitere Einzelheiten werden im nächsten INFO-Brief mitgeteilt!

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Mo., 27. Mai 2013 in BERLIN und
Di., 28. Mai 2013 17.45 bis 18.45 Uhr an der Universität LEIPZIG

Vortrag von Prof. Dr. Dr. (habil) Sándor SZAKÁLY, Dsc (Budapest):

Die 2. ungarische Armee (Második Magyar Hadsereg) im Rußlandfeldzug 1942-1943

Wir freuen uns, einen der führenden Militärhistoriker Ungarns (und das DUG-Kuratoriumsmitglied) Prof. Dr. Dr. (habil.) Sándor SZAKÁLY, Dsc dazu einladen zu können. Den langjährigen Besuchern unserer Veranstaltungen wird noch sein vielgelobter, weil faktenreicher und hervorragend präsentierter Vortrag "Die ungarische Militärelite im Zweiten Weltkrieg und Ungarns Eintritt in den Krieg gegen die Sowjetunion" am 20. November 2007 in Berlin (wiederholt einen Tag später an der Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit dem dortigen Ungarischen Klub/Magyar Klub) in allerbester Erinnerung sein.

Vortragsorte und weitere Einzelheiten werden im nächsten INFO-Brief mitgeteilt!

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